Prof. Dr. Olaf Neumann verstorben – Nachruf

Am 17. Dezember 2017 verstarb unser Freund und Kollege

Prof. Dr. Olaf Neumann

im Alter von 79 Jahren.

Olaf Neumann wurde am 25. Januar 1938 in Liegnitz (Schlesien, heute Legnica) geboren. Von 1955 bis 1960 studierte er Mathematik an der Humboldt-Universität Berlin. Anschließend forschte er in Moskau an der Lomonossow-Universität in der Arbeitsgruppe von Igor Schafarewitsch. Von 1966 bis 1978 war er Mitglied der Zahlentheorie-Gruppe von Helmut Koch am Zentralinstitut für Mathematik und Mechanik der Akademie der Wissenschaften in Berlin. 1970 promovierte er bei Hans Reichardt mit einer Dissertation mit dem Titel "Untersuchungen zur Arithmetik der abelschen Mannigfaltigkeiten"; 1972 folgte die Habilitation (Promotion B) mit einer Arbeit über die Reduktion elliptischer Kurven.

Im Jahre 1979 wechselte er als Hochschuldozent an die Friedrich-Schiller-Universität Jena. In den Jahren 1987 und 1988 war er Fulbright-Fellow an der Brown University (Rhode Island). Nach der Wende erhielt er eine Professur für Grundlagen und Geschichte der Mathematik, bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2003.

Olaf Neumann befasste sich zu Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere zunächst mit Algebra und Algebraischer Zahlentheorie. Eine Klasse elliptischer Kurven ist nach ihm benannt. Im Laufe der Zeit kamen mehr und mehr mathematik-historische Arbeiten hinzu, vor allem über die großen Namen der Zahlentheorie: Euler, Gauß, Kummer, Dedekind, Kronecker, Riemann, Minkowski und andere.

Seine Vorlesungen und Seminare, die er auch noch nach seinem Eintritt in den Ruhestand fortführte, waren sehr beliebt. Im Kreise seiner Kolleginnen und Kollegen wurde seine ausgleichende und vermittelnde Art sehr geschätzt. Wir werden ihn dankbar in Erinnerung behalten.

Prof. Dr. David J. Green
Dekan der Fakultät für               
Mathematik und Informatik

Prof. Dr. Burkhard Külshammer
Inhaber Lehrstuhl Algebra