Wirtschaftsmathematik

Das Fach

Die übergeordneten Studienziele des Bachelor-Studiengangs sind: solide mathematische und wirtschaftswissenschaftliche Fachkenntnisse; Erwerb des mathematischen Mindsets (logisches Denken usw.); Schlüsselqualifikationen. Entsprechend dem besonderen Forschungsprofil der Fakultät für Mathematik und Informatik in Jena werden vertiefte Kenntnisse in mathematischer Optimierung und Stochastik vermittelt. Diese Disziplinen eignen sich besonders für die Modellierung ökonomischer Prozesse. Das Wirtschaftsmathematikstudium fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Mathematikern und Wirtschaftswissenschaftlern.

Besonderheiten in Jena

Eine Besonderheit des Studiums in Jena ist die Möglichkeit zwischen drei Studienprofilen wählen zu können. Neben dem Regelprofil, in dem ein breite Auswahl an wirtschaftsrelevanten Themen angeboten wird, können optional die Profile „Business Optimization“ und „Financial Engineering and Stochastics“ gewählt werden, die in besonderer Weise Bezug auf bestimmte berufliche Perspektiven nehmen. Im Abschlusszeugnis wird eine berufsorientierte Profilierung zertifiziert:

„Bachelor of Science Wirtschaftsmathematik mit dem Studienprofil Business Optimization“

„Bachelor of Science Wirtschaftsmathematik mit dem Studienprofil Financial Engineering and Stochastics“

Studienprofil „Business Optimization“

Neben den allgemeinen Grundlagen erwerben Studierende dieses Profils spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten, die an bestimmten beruflichen Perspektiven ausgerichtet sind. In der Wirtschaft und in der Industrie gibt es sehr komplexe Aufgaben, die möglichst optimal gelöst werden sollen. Zur langen Liste möglicher Fragestellungen gehören etwa die folgenden:

  • Ein bestimmtes Teil, das in einem Flugzeug verbaut wird, soll bestimmte mechanische und funktionelle Eigenschaften aber zugleich minimales Gewicht haben, um Treibstoff zu sparen. Welche Form, muss das Teil haben?
  • Ein Logistikunternehmen hat tausende Aufträge abzuarbeiten und muss dabei Termine und viele andere Restriktionen einhalten. Die Kosten und die Emissionen sollen minimiert werden. Welche Route muss welches Fahrzeug nehmen?
  • Ein Unternehmen produziert Frucht-Jogurt. Auf jeder der drei Produktionslinien kann zur gleichen Zeit immer nur eine der 23 Sorten hergestellt werden. Der Wechsel der Sorte erfordert eine Reinigung der Maschine, kostet also Geld. Das Unternehmen muss Liefertermine, Haltbarkeitsdaten, Zutatenvorräte und vieles mehr beachten. Wie sieht ein optimaler Produktionsplan aus? Wann wird auf welcher Linie zu welcher Sorte gewechselt?

Studienprofil „Financial Engineering and Stochastics“

Neben den allgemeinen Grundlagen erwerben Studierende dieses Profils Kenntnisse und Fertigkeiten zur Lösung von Problemen aus der Finanz- und Versicherungswelt. Viele ökonomische Entscheidungen müssen unter Unsicherheit getroffen werden, da die Entwicklung relevanter Risikofaktoren nicht exakt vorhersehbar ist. In diesem Profil erlangen Studierende vertieftes Wissen über stochastische Methoden. Hier sind einige konkrete Problemstellungen, die mit den gelernten Methoden gelöst werden können:

  • Für nahezu alle Unternehmen ergeben sich Marktrisiken dadurch, dass Preise, Zinsen und Wechselkurse sich beständig ändern. Für Unternehmen ist es überlebenswichtig, die Risiken gut abzuschätzen und Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Welche Marktgrößen sind für ein Unternehmen besonders relevant? Wie kann man die Entwicklung von Risikofaktoren stochastisch modellieren und einhergehende Risiken abschätzen? Wie führt man einen Stress-Test durch? Welche Methoden verringern effizient Risiken?
  • Ein Versicherungsunternehmen will einen Versicherungsschutz gegen Schäden an Solaranlagen anbieten. Dazu muss es die Schadenswahrscheinlichkeiten abschätzen. Wie lassen sich die Schäden stochastisch modellieren? Wie hoch ist eine faire Prämie für die Versicherung?
  • Für die Recherche im Internet sind Suchmaschinen wie z.B. Google essentiell. Eine Suchmaschine will dabei die Webseiten, die gesuchte Stichwörter enthalten, nach möglichst guten Kriterien sortieren. Die Theorie der Markov-Ketten hilft dabei, Trefferseiten in einer fairen Rangliste darzustellen. Wie geht das? 

Beratung

Prof. Dr. Andreas Löhne
Ernst-Abbe-Platz 2
Raum 3305

07743 Jena