Prof. Dr. Hans-Jürgen Glaeske verstorben

 

Nachruf für Prof. Dr. Hans–Jürgen Glaeske

Hans–Jürgen Glaeske wurde am 8. Juli 1932 in Schneidemühl (Pommern) geboren. 1951 legte er das Abitur in Bad Salzungen ab und studierte anschließend an der Friedrich–Schiller–Universität in Jena Mathematik. Nach einjähriger Tätigkeit bei Carl–Zeiss Jena kehrte er 1958 als wissenschaftlicher Assistent an das Mathematische Institut zurück. Er beschäftigte sich intensiv mit Problemen der analytischen Zahlentheorie. Er promovierte 1964 mit der Dissertation ’Funktionalgleichungen in der Theorie der Gitterfunktionen’. Nach der Habilitation ’Eine einheitliche Herleitung einer gewissen Klasse von Transformationsformeln der analytischen Zahlentheorie’ im Jahre 1968 wurde er 1969 zum Hochschuldozenten für ’Mathematische Methoden der Physik’ und 1970 zum ordentlichen Professor für ’Analysis’ an der damaligen Sektion Mathematik berufen. Seit dieser Zeit konzentrierte sich sein mathematisches Interesse auf das Studium von Integraltransformationen, sowie auf spezielle Funktionen der mathematischen Physik. Er hat eine Vielzahl von Publikationen zu dieser Thematik in namhaften mathematischen Zeitschriften veröffentlicht. Seine weitreichenden internationalen Kontakte gipfelten in der Monografie Yu. A. Brychkov, H.-J. Glaeske, A. P. Prudnikov, Vu Kim Tuan. Multidimensional integral transformations, Gordon and Breach Sci. Publishers, Philadelphia, 1992.die auch heute noch ein Standardwerk auf diesem Gebiet ist.

Seit 1989 hat Professor Glaeske vielfältige Aufgaben in der akademischen Selbstverwaltung übernommen. Von 1990 bis 1993 war er Direktor des Mathematischen Instituts und von 1993 bis 1995 Dekan der Fakultät für Mathematik und Informatik. Anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand fand am 3. 9. 1997 ein Festkolloquium zu seinen Ehren statt an dem zahlreiche namhafte Mathematiker aus dem In– und Ausland teilnahmen.

Mit Geduld und Ausdauer hat er maßgeblich an der positiven Entwick lung der Fakultät für Mathematik und Informatik mitgewirkt. Sein natürliches und kollegiales Verhalten hat ihm viel Anerkennung bei Kollegen, Mitarbeitern und Studenten eingebracht.

Professor Glaeske ist am 4. Februar 2021 gestorben. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Hans Triebel