Besucher:innen in der Ausstellung I AM A.I.

Mehr Licht

Mit KI Licht ins Dunkel des Mittelalters bringen
Besucher:innen in der Ausstellung I AM A.I.
Foto: Christoph Worsch (Universität Jena)
Beginn
Ende
Veranstaltungsarten
Veranstaltung für Schülerinnen und Schüler
Veranstaltung für Studierende
Sonntagsvortrag
Ort
Im Rahmen
Ausstellung I AM A.I.
Referenten
Prof. Dr. Clemens Beckstein
Prof. Dr. Robert Gramsch-Stehfest
Veranstaltungssprache
Deutsch
Barrierefreier Zugang
ja
Öffentlich
ja

Prof. Dr. Clemens Beckstein
Lehrstuhl Künstliche Intelligenz (Jena)

Prof. Dr. Robert Gramsch-Stehfest
Lehrstuhl Mittelalterliche Geschichte

Wie zuvor schon in den Naturwissenschaften, sorgt mittlerweile auch in den Geisteswissenschaften ein mit atemberaubender Geschwindigkeit voranschreitender Prozess der Digitalisierung für eine Zeitenwende. Dieser Prozess beschränkt sich nicht mehr nur auf die Speicherung und Präsentation wissenschaftlicher Daten, sondern ergreift zunehmend auch den Forschungsprozess selbst und verändert die Methoden, wie man neues Wissen schafft.

Exemplarisch für diese Veränderung schildern wir im Vortrag eine von unserer gemeinsamen Arbeitsgruppe MEPHISTO („Digitale Modelle, Erklärungen und Prozesse in den Historischen Wissenschaften“) durchgeführte Studie auf Grundlage des Verwaltungsschriftguts der  spätmittelalterlichen Kirche, welches im sog. Repertorium Germanicum publiziert ist. Es  bietet ein reichhaltiges und vielschichtiges Bild der spätmittelalterlichen Kirche in ihren religiösen und kanonisch-rechtlichen Grundlagen, ihren organisatorischen und fiskalischen Mechanismen, ihren personellen und räumlichen Netzwerken sowie ihren politischen Ambitionen und Alltagsrealitäten.

Im Vortrag zeichnen wir exemplarisch nach, wie wir aus dem Repertorium Germanicum mit Hilfe eines Bündels an KI-Techniken --- darunter Programmen, die Programme schreiben, Methoden des Maschinellen Lernens und Verfahren zur schrittweisen Generierung und maschinellen Analyse netzwerkanalytischer Modelle --- den Zahlungsverkehr zwischen Deutschland und der römischen Kurie im 15. Jahrhundert unter Papst Sixtus IV. unter die Lupe genommen und daraus algorithmisch ein klar strukturiertes Netzwerk bedeutender Finanzakteure jener Zeit gewonnen haben.